Vierte Kostprobe aus Celeste oder Ankunft in Dresden

Nach zwei Wochen Schonzeit bestand Florian auf die übliche Begegnung beim Abendessen. Bereits während des ersten gemeinsamen Speisens kündigte er eine Einladung zu einem Mittagessen mit anschließendem Kaffeetrinken bei Familie von Heringsdorf am kommenden Sonntag an.

„Warum laden sie uns ein?“, wagte sie zu fragen.

„Weil wir mit Ihnen befreundet sind.“

„Mein Besuch ist nicht erwünscht. Cäcilia sehe ich nur noch an den Hausmusikabenden“, erklärte sie fahrig.

„Herr von Heringsdorf ist von großzügiger Natur, der das überspannte Benehmen einer jungen Dame nicht ewig nachträgt. – Solange es nur einmalig vorkommt“, setzte er bestimmend nach.

„Also billigen sie mein Kommen eindeutig?“, wollte sie sich nochmals vergewissern.

Befremdet musterte er sie. „Möchtest du die Einladung ablehnen?“

„Nein. Selbstverständlich nicht! Nur ist Herr von Heringsdorf ein gestrenger Herr und ich habe bedenken, dass allein seine Gemahlin …“.

„Wie kommst du darauf, dass Herr von Heringsdorf ein gestrenger Herr ist?“, unterbrach er sie.

Hilflos sah sie vor sich her und suchte nach einer geeigneten Erklärung, denn soeben war ihr ins Bewusstsein gedrungen, dass Florian im Grunde genommen viel strenger mit ihr war, als je ein anderer Mensch zuvor. „Ich … ich weiß gar nicht … er macht immer so einen gestrengen Eindruck …“.

„Du hast nicht viel gegen ihn vorzubringen“, bemerkte er nachsichtig lächelnd.

„Er kann es nicht dulden, wenn das Gespräch eine Richtung einnimmt, die er nicht vorgesehen hat; er benötigt unbedingte Geistesordnung an seiner Tafel.“

Überheblich stieß der Ingenieur Luft aus seiner ebenmäßig geraden Nase, um ihr zu bedeuten, dass sie eine vollkommen einfältige Begründung angeführt hatte. „Möchtest du an deiner Tafel geistige Unordnung?“

„Das möchte ich nicht, doch fürchte ich mich nicht davor, wenn ich weiß, dass ich zivilisierte Menschen an meiner Tafel sitzen habe. Es ist eine gewisse Entmündigung, die er vornimmt.“

Florians Augen waren schmal geworden und sein Kiefer mahlte. „Was redest du für krudes Zeug? Was weißt du von Entmündigung?“

(Seite 160-162)

Dritte Kostprobe aus Celeste oder Ankunft in Dresden

In Gedanken über diesen außergewöhnlich heiteren Abend versunken, stieg Celeste die Treppen des nachtstillen Hauses empor. Versonnen öffnete sie die Wohnungstür und trat in den schwach beleuchteten Empfang, der sich großzügig in der gesamten Wohnungslänge als Salon ausdehnte. Bevor sie im vergangenen Juni das neue Heim bezogen, hatte Florian ihn bereits geschmackvoll eingerichtet. An der rückseitigen Wand befand sich vor hohen Fenstern ein großes schweres Sofa mit einem niedrigen Tisch und zwei dazugehörigen Sesseln; an der linken Längsseite gingen die Türen zu Küche und Wirtschaftsräumen ab, dazwischen standen zierliche Vitrinen, die sich nach und nach mit hübschen Dingen hätten füllen sollen. Die vordere Hälfte des Salons beherrschte ein großer ovaler Nussbaumtisch mit sechs graziösen Stühlen, entsprechend dem Stil der Vitrinen. Zur Rechten des Eingangs erstreckte sich im rechten Winkel zum Salon ein Flur, von dem die Schlafzimmer und das Arbeitszimmer zu betreten waren. Zur Linken lagen zwei Bedienstetenkammern.

„Du kommst spät, Celeste.“ Sie fuhr zusammen. Am erwähnten kostbaren Nussbaumtisch, der gleichsam der Blickfang des gesamten Ensembles war, saß Herr Ingenieur Hofstetter und erwartete augenscheinlich seine junge Gemahlin. In dem schwachen Licht nur einer brennenden Kerze war er kaum wahrzunehmen gewesen, und sie hatte ihn auch nicht erwartet. „Hattest du einen amüsanten Abend?“

Entschlossen versuchte sie, die aufkommende Furcht zu beherrschen. „Ja, es war ein schöner Abend …“.

„Warum hast du Angst? Habe ich dir etwas angetan?“

„Nein“, versicherte sie rasch.

„Dann solltest du dich freuen, dass ich dich wenigstens an diesem Abend einmal erwarte. Denn das beklagst du ja, oder nicht? – Die seltenen Stunden, die wir gemeinsam verbringen.“ Verzagt nickte sie. „Dann setzt dich zu mir und erzähle mir, was du heute Hübsches erlebt hast.“

Ungelenk zog sie einen Stuhl hervor und setzte sich, ohne den Mantel abgelegt zu haben. „Es war ein schöner Hausmusikabend … Marianne Ziegler lud mich noch zu einem Abendessen ein.“

„Das ist erfreulich. – Durfte man dich auch musizieren hören?“

„Ja. Zwei Stücke von Adolf Friedrich Hasse … freundlicherweise lobte man mich dafür …“, fügte sie stockend an.

„Das hört man gerne.“ Unbestimmt lächelte er. „Immerhin wollte ich nicht umsonst ein kleines Juwel aus dem stolzen britischen Imperium mitbringen. – Wer war unter dem Publikum?“

„Die meisten Gäste sind mir unbekannt …“.

Vielsagend nickte er. „Gewiss war auch der ein oder andere aus der Familie von Heringsdorf anwesend.“

Ihr Herz klopfte heftig. „Ja. Cäcilia und ihr älterer Bruder …“.

„Ach, schau an! Ist der in der Stadt?“

„Ja.“

Ein kurzes überhebliches Lachen erschütterte ihn. „Der arme Herr von Heringsdorf! Besonders stolz ist er nicht auf seinen missratenen Sohn.“

„Ist er missraten?“

„Ich dachte, du bist ihm begegnet?“

„Dadurch habe ich nicht erfahren können, ob er missraten ist“, war ihre mutige Antwort.

„Ja, schau ihn dir doch an!“ Den abfälligen Blick nach innen gerichtet fuhr er fort. „Allein das Äußere beweist sein Versagen.“

„Ich kenne ihn nicht“, bemerkte sie leise.

„Das ist auch empfehlenswert.“

Sie schwiegen, während sein Blick auf ihr lag, ohne sie zu sehen.

„Florian …?“

Seine Augen erfassten sie nun streng. „Ja, bitte!“

„Ich habe die Anstellung bei Familie von Heringsdorf verloren“, gelang ihr das Geständnis.

„Es ist mir bereits zu Ohren gekommen.“

Betroffen senkte sie den Blick. Nun konnte sie sich diesen abendlichen Empfang halbwegs erklären. Denn war es nicht das, was sie unvorsichtigerweise am Kaffeetisch zum Besten gegeben hatte? Die mangelnde Zuwendung? – Dabei war sie seit Monaten dankbar, wenn sie ihm nicht begegnete.

„Und?“, flüsterte sie.

„Was heißt ‚und‘?“, fragte er barsch.

„Bist du enttäuscht?“, wisperte sie verstört.

Er lachte kurz auf. „So junge Mädchen müssen sich eben noch zügeln lernen. Das weiß auch Herr von Heringsdorf.“

„Hat er dich aufgesucht?“

„Er war in meinem Bureau.“

„Warum?!“, entfuhr es ihr. „Deswegen?“

Er schüttelte den Kopf. „Du bist viel zu neugierig, Fräulein!“ Mit einem sportlichen Satz erhob er sich. „Ich muss noch arbeiten.“

(Seite 125 – 128)

Zweite Kostprobe aus Celeste oder Ankunft in Dresden

„Es gibt noch etwas, worüber ich mir Dir sprechen muss, Mama.“

„Sag es mir, mein Kind!“

„Du weißt, dass ich meinen deutschen Ingenieur anbete.“

Anna lächelte. „Ich weiß.“

Celeste war unruhig. „Ich vertraue ihm blind. Wirklich, Mama! Die widerborstige Celeste Williams hat sich in unglaublicher Weise an diesen Mann gekettet. – Ich kann es kaum fassen, dass mir dieser Mann begegnet ist! – und der dazu dermaßen hartnäckig sein Ziel verfolgt hat! Ja, Mama, er hatte sich in den Kopf gesetzt, mich kennenzulernen, er hat es getan – obwohl es eigentlich bereits zu spät war. Und er hat mir ganz flink einen Antrag gemacht, kaum dass er mir den Hof machte! – Damit ihm ja keiner zuvorkommt.“ Sie seufzte tief. „Eigentlich ist es absolut himmlisch.“

Geduldig hatte Anna den Liebesbeschwörungen ihrer Tochter zugehört. „So mein Schatz, wo ist der Haken?“

Leidend sah Celli ihre Mutter an. „Dass ich mich von euch trennen muss.“

„Aber du trennst dich doch nicht von uns.“

Gedankenverloren und mit schmerzlich zusammengezogenen Augenbrauen sah Celeste vor sich her. „Weißt du, Mama, Dresden ist weit …“.

„Bist du nicht ein abenteuerlustiges Mädchen? Bist du nicht die Tochter des wagemutigen Kapitän Alexander Williams?“

Celeste lachte. „O, ja, das bin ich!“ Sie dachte eine Weile nach, bis es aus ihr hervorsprudelte. „Ich bin unglaublich neugierig auf Dresden und auch auf Würzburg! Ich werde mit ihm die Stadt erobern und dann …“. Sie lachte frech. „… werden wir uns in unsere hübsche kleine Wohnung zurückziehen und uns dem Willen Gottes fügen!“

„O, Celli! Niemals hätte ich gedacht, dass ich solch eine Schlangenbrut an meinem Busen nährte!“

Celeste eilte zur Mutter auf das Sofa und schmiegte sich an sie. „Mamachen, sei nicht traurig“, flüsterte sie. „Ich spreche nur aus, was jeder empfindet – wenigstens die, die normal im Oberstübchen sind. Oder nicht?“

„Celeste, versprich mir, dass du niemals vor anderen so redest!“

Celli lachte. „Beruhige dich! Nur dir vertraue ich mich so an, das ist die Wahrheit! – Und Florian werde ich mich natürlich ebenso anvertrauen … sonst würde ich in der Ferne nicht überleben können … oder, Mama?“

„Da hast du recht, meine Kleine. Du brauchst jemanden, mit dem du über alles sprechen kannst.“

„Ich weiß, dass du Onkel George auch alles anvertraust, ihr seid mein Vorbild – von wegen Schlangenbrut an deinem Busen genährt!“

„Du weißt, was ich meine, Celeste.“ Die war bereits wieder in Gedanken versunken und hörte die Mahnung der Mutter nicht. „Um eines möchte ich jedoch bitten, Celeste. Mit jeder Missstimmung, die in eurer Ehe aufkommen könnte, musst du sehr umsichtig und einfühlsam umgehen.“

Aus verträumten Augen sah Celeste ihre Mutter an. „Meinst du, wir werden je Missstimmung haben?“

„Meine Kleine, das ist unvermeidlich. Und wenn ihr euch noch so liebt, es wird nicht ausbleiben.“

„Hattest du schon je Missstimmung mit dem vollkommenen Gentleman, Herrn Dr. George Avestone?!“

Mit einem Schmunzeln musterte Anna ihre Tochter. „Was denkst du, mein Küken?“

Celeste seufzte. „Ja, Mama, ich will deinen Rat beherzigen.“

„Schreibe mir regelmäßig, Celli! Berichte mir, wenn dich Kummer bedrückt, und gib früh genug Bescheid, wenn euer erstes Kind zur Welt kommen will.“

„Das tue ich, liebste Mama! Dann kommst du geschwinde angereist, um mir beizustehen.“

(Seite 73 – 75)

Kostprobe aus Celeste oder Ankunft in Dresden

Bristol, 2. Juni 1820

Verehrter Herr Hofstetter,                               

mit Ihrem letzten Brief haben Sie mir ordentlich Angst eingejagt. Gut, dass meine liebe Mama und Onkel George (mein Stiefvater) bemerkenswert vernünftige Menschen sind und mir ebenfalls genügend Verstand bescheinigen, um Ihre rasante Vorgehensweise in aller Ruhe zu begutachten. Sie können mir glauben, dass ich mich ziemlich gebauchpinselt fühle, von einem stattlichen deutschen Ingenieur umworben zu werden. Trotzdem werde ich das Licht in meinem Oberstübchen nicht ausblasen und Ihnen mit wehenden Fahnen zu Füssen liegen – so hat mein seliger Vater und auch meine zärtliche Mutter mich nicht erzogen.

Doch werde ich wiederum auch nicht die überaus unterhaltsame Brücke abbrechen – dafür bin ich viel zu neugierig! Verzeihen Sie, natürlich ist es nicht nur Neugier, sondern mindestens ein Fingerhut voll Geneigtheit, die mich – trotz Ihrer gar nicht englischen Art! – diese Brücke nicht abreißen lässt. Vielleicht haben Sie sich in englischer Wortwahl ausgedrückt, doch haben Sie es mit deutschem Charakter getan.

Nun möchte ich Sie nicht weiter schelten, denn dafür sehe ich mit zu geringer Gleichgültigkeit auf diese Brieffreundschaft.

Lieber möchte ich Ihnen aus meiner ‚im höchsten Rufe stehenden‘ Lehranstalt für Erzieherinnen berichten, damit Sie mir ein paar ermunternde Worte spenden.

Es schmeckt unserem Geschichtslehrer nicht, dass ich so gute Kenntnisse besitze, obwohl ich ein Frauenzimmer und gerade mal siebzehn Jahre alt bin. Außerdem weiß jede Lehrperson, dass ich Papistin bin, was sie mich alle spüren lassen – außer unsere liebenswerte Handarbeitslehrerin, Fräulein Genver. Sie ist zu allen Anwärterinnen überaus freundlich, ganz gleich welcher Herkunft oder welcher Konfession. Hingegen die Madame in Hauswirtschaftslehre hat mich regelrecht gefressen; jede noch so kleine Regung meinerseits bemängelt sie und ist sich auch nicht zu blöde, stets meinen ‚Aberglauben‘ für meine ‚Verstocktheit‘ anzuführen. Darum würde ich Sie bitten, Herr Hofstetter: Beten Sie darum, dass es mir gelingt, mein vorlautes Mundwerk im Zaum zu halten. Onkel George legte mir ‚Feingefühl‘ ans Herz, bevor ich am Anfang des Monats meine geliebte Familie verlassen musste – oh, wie sehr sie mir fehlen, meine Lieben daheim! Ich gestehe es, jeden Abend muss ich mich zwingen, nicht meine Koffer zu packen, obwohl ich wahrhaftig nie ein von Heimweh geplagtes Kind war.

Es gibt auch Erfreuliches zu berichten. Ein Fräulein Evina Parker aus Winchester teilt mit mir das Zimmer – die Arme ist es nicht gewohnt, dass noch ein zweiter in ihrem Gemache schnarcht. Sie ist sehr umgänglich und in ihrer Weltfremdheit äußerst putzig. Wir mögen uns. Und nun kann ich Sie, verehrter Herr Hofstetter, endlich nach einem Freund fragen; haben Sie ihn gefunden – den Menschen, mit dem Sie sich in Llangollen verbunden fühlen? Vielleicht sogar ein Mensch, dem Sie Ihr feuriges Herz in Sachen Liebe ausschütten können – denn das muss es ja sein, würden Sie mir sonst nach vier! Briefen einen Antrag machen? Sie dürften ihm sogleich anvertrauen, dass Ihre Angebetete einen sehr eignen Kopf besitzt und nur aus tiefer Liebe heiraten wird – und nicht weil der Bewerber ein Ingenieur, Deutscher oder gar gutaussehend ist. Alles ganz hübsche Prädikate, jedoch noch lange nicht ausreichend, um das Herz der Celeste Williams, Tochter des heldenhaften Kapitäns der königlichen Kriegsmarine, Alexander Henry Williams zu erobern! – Soweit zu Ihrem dreisten Antrag.

Jetzt kommen auch Sie in die Lage, in aller Muße zu überdenken, ob Sie meinem Eigensinn gewachsen sind oder doch lieber ein ruhigeres Fräulein bevorzugen – die würde nämlich einige Vorteile bieten, doch ist solch eine Dame auch nicht leicht aufzuspüren. (Ihnen würde ich es jedoch zutrauen!). Als Beispiel möchte ich meine hochverehrte Mutter erwähnen; niemals ist sie kratzbürstig, trotzig oder übelgelaunt, stets trägt sie ein sanftes Lächeln auf den Lippen, hört ihrem Gemahl geduldig zu und kann ihn bei Unstimmigkeiten ganz sachte, beinahe unmerklich für ihre Ansichten gewinnen. So zähmte sie selbst meinen leidenschaftlichen und stolzen Vater. O ja – diese vergleichsweise kurze Ehe (vierzehn Jahre) war eine unvergleichliche Romanze! Das meine ich allen Ernstes.

Nun bleibt mir noch, Ihnen, werter Herr Hofstetter, eine angenehme Zeit zu wünschen – wie Sie selbst erwähnten, werden sich unsere Wege nicht mehr kreuzen, wenn man es nicht forcieren wird.

Mit den herzlichsten Segenswünschen, Ihre Celeste Williams

P. S. Das Fräulein ‚Williams‘ erlaube ich Ihnen, getrost zu vergessen.

(Seite 31-33)

Neuerscheinung

Zweiter Teil der Romanreihe erschienen.

Auch während ihres Aufenthaltes in ihrer alten Heimat England ist Celeste vor Überraschungen nicht gefeit. Ein ominöser Bewerber lässt nicht locker und unerwarteter Besuch taucht auf. Schließlich kehrt sie nach Dresden zurück, die Stadt, die sie trotz des einstigen goldenen Käfigs, in dem sie gefangen war, in ihr Herz geschlossen hat. An ihrer Seite steht ihr geliebter Gemahl. Kurz nach ihrer Ankunft wird dieser jedoch des Mordes verdächtigt und in Haft genommen.

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Neuerscheinung!

Die Autorin Katharina Auciel legt einen Gesellschaftsroman im Umbruch der Aufklärung und der romantischen Gegenbewegung vor.

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Und in jedem Buchladen zu bestellen: ISBN-13: 9783756887200

Celeste Williams ist ein stolzes englisches Mädchen aus gutem Hause zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Nach Abschluss ihrer Ausbildung mündet ihre vergnügliche Brieffreundschaft zu dem deutschen Ingenieur Florian Hofstetter in einer Ehe. Sie übersiedelt als „Frau Ingenieur Hofstetter“ nach Dresden. In ihren regelmäßigen Berichten in die Heimat fehlt jedoch jeder Hinweis auf das junge Eheglück. Während die Eltern um ihre Tochter bangen, versuchen Dresdner Freunde, die aus unerklärlichen Gründen verzweifelte Celeste aufzumuntern. Heinrich, der Stiefsohn des Ratsherrn Othmar von Heringsdorf, nimmt sich der jungen Engländerin behutsam an. Durch sein Wissen ahnt er von ihrer Bedrängnis. Celeste lässt jedoch beschämt Schweigen darüber walten. Schließlich verhilft er ihr zur Flucht in die Heimat. In einem mitgegebenen Brief an ihren Vater, ein Londoner Rechtsanwalt, offenbart Heinrich das gehütete Geheimnis des hochbegabten Ingenieurs, aufgrund dessen jener nicht nur von seinem Arbeitgeber erpresst wird.