Der Gemahlin des Dresdner Ratsherrn, Gabriele von Heringsdorf, begegnen wir das erste Mal in dem Roman Celeste oder Ankunft in Dresden. Sie ist eine zurückhaltende und ängstliche Frau. Beinahe wirkt sie dümmlich und ist auch selbst von ihrer Dummheit überzeugt. So wie man es ihr von Jugend an einbläute.
Nicht nur ihr erstgeborener Sohn weiß, dass das nicht wahr ist. Ein Ehrenmann weiß mehr, als alle anderen – und weiß bereits, bevor er sie selbst persönlich kennenlernen durfte, wer Gabriele wirklich ist.
Als eines Tages das Unfassbare eintritt und nach fünfundzwanzigjähriger Ehe der Tod an des rücksichtslosen Ratsherrn Türe klopft, winkt Gabriele die große Freiheit zu. Doch statt zuzupacken, fällt sie in tiefe Trostlosigkeit.
Bevor Gabriele erkennt, dass ein echter Freund ihr die Hand reicht, versucht sie den vermeintlichen Handlanger ihres verstorbenen Gatten abzuwehren.
Unbeeindruckt führt dieser Gabriele aus ihrem seelischen Gefängnis. Dabei unterstützen ihn mit viel Esprit und Ungeduld Ella-Luise, ihre jüngste Tochter, und der zartfühlende Künstler Heinrich von Heringsdorf.
